By Sabine Maier

Kapitel 1

Ein verhangener Mond hing über dem alten Gemäuer. Stolze Türme reckten sich dem Rabenschwarzem Himmel entgegen. Schatten vermittelten den Eindruck von bodenlosen Abgründen und gähnende Löcher sahen wie aufgerissene Mäuler aus. Selbst die alten Trauerweiden, die hier völlig fehl am Platze wirkten, schienen förmlich ihre Äste, wie alte gichtgeplagte Klauen, jedem Neuankömmling entgegen zu strecken. Die Zugbrücke war noch hochgezogen und zwischen den Zinnen konnte man vereinzelt ein paar merkwürdige Erscheinungen sehen. Wie Feuerkobolde, hüpften dort von Stein zu Stein kleine Flammen, als suchten sie nach einem Opfer. Auf der, zur Burg führenden, in schlangenlinien angelegten Strasse, konnte man die Scheinwerfer eines einzelnen Wagens erkennen. Langsam fuhr er die kurvenreiche Strasse den Berg hinauf. Wie ein Wesen der Dunkelheit, glitt der Wagen die steilen Windungen hinauf. Ohne große Mühe überwand er selbst die tückigsten Kurven. Man hätte annehmen können, dass er ein Geschöpf der Nacht und somit hier her gehören würde. Die letzte Kurve nehmend, kam er dann endlich am Fuße der Burg an. Dort stand er dann, am Rande des Burggrabens, und wartete auf das Herunterlassen der Zugbrücke. Leise und ruhig brabbelte der große V8 Motor. In der Dunkelheit war der schwarze Wagen fast nicht zu erkennen. Einzig die Scheinwerfer leuchteten hell über den Graben und strahlten auf die gegenüberliegende Seite. Wie ein unruhiger Feuergeist glitt, zwischen seinen Scheinwerfern, ein rotes Licht hin und her. Mit einem rasselndem Geräusch senkte sich, wenige Minuten später die Zugbrücke. Mit einem Ruck fuhr der schwarze Wagen los und verschwand im Innerem des Bollwerkes.


Michael schaute sich im Innerem des Burghofes um. Er steuerte sein Fahrzeug auf das Portal zu, dass an der Spitze einer geteilten, langgezogenen, Treppe thronte. Dazu musste er um einen, sehr alt aussehenden Brunnen fahren, der im Zentrum des Hofes angelegt war. Entlang der Innenmauer konnte er mehrere, standähnliche, Gebilde erkennen, die aber alle in völliger Dunkelheit lagen. Er hatte bei all dem kein gutes Gefühl. Eine Gänsehaut überkam ihn. Seine Haare stellten sich am gesamten Körper protestierend auf. Wie kam Devon nur dazu, solch einen Auftrag anzunehmen? Er war kein John Sinclair und zu den Ghostbustern gehörte er auch nicht. Etwas weißes wirbelte am Rande seines Blickfeldes, verschwand aber so schnell, wie es gekommen war wieder. Michael schüttelte sich. Am liebsten hätte er das Lenkrad herumgerissen um auf schnellstem Wege wieder hinaus zu fahren. Er musste sich mit Gewalt daran erinnern, dass er kein Mensch war, der an Geister glaubte. Für alles gab es eine logische Erklärung. Und genau in dem Moment fiel ihm auf, das KITT bisher kein Sterbenswörtchen von sich gegeben hatte. " Kitt was ist mit Dir los? Warum so schweigsam? Das ist doch sonst nicht Deine Art?" Erleichtert endlich eine Ablenkung von der unheimlichen Atmosphäre zu haben, wartete er auf die Antwort seines Freundes. Zuerst glaubte er, dass KITT überhaupt keine Antwort geben wollte, doch nach einer endlos erscheinenden Zeitspanne, setzte KITT dann doch zu einer Antwort an. " Entschuldigen Sie bitte meine Schweigsamkeit. Doch nachdem Bonnie und April mich mit allen möglichen Daten des Paranormalen und Übersinnlichen gefüttert haben, empfange ich ein paar sehr merkwürdige Signale. Hauptsächlich aus dem Hauptgebäude und den Gewölben. Sind Sie sicher, dass Sie dieses fragwürdige Bauwerk betreten wollen?" " Ich glaube, da habe ich keine große Wahl, wenn ich diesen Grafen von und zu Sowieso kontaktieren soll." Schon lange waren sie am Fuße der Treppe angekommen. Erst jetzt stellte Michael den Motor ab, den er gefühlsmäßig hatte weiterlaufen lassen. Sein Innerstes sagte immer noch, oder besser schrie: " Raus hier!" Doch jahrelange Selbstkontrolle half ihm sich jetzt zu beherrschen. " Kitt, schalt auf Überwachung. Check mir doch mal die Gegend ab. Wie viele Lebende, zu erfassende Personen kannst Du orten?" Auf einen der beiden Bildschirme, rechts von ihm, erschien ein grober Grundriss des Bauwerkes und seiner Umgebung. Ein paar rote und blaue, flirrende Kleckse, waren darauf zu erkennen. Michael war sich unschlüssig, ob mit KITTs Schaltkreisen etwas nicht stimmte, oder ob die Werte wirklich von übersinnlichen Wesen kamen. Kurz darauf konnte er die regenbogenfarbigen Umrisse einer normalen, also lebenden, Person erkennen. Erleichtert atmete er auf. In dem Wahnsinn lebte also auch ein richtiger Mensch. Doch wie "normal" konnte dieser sein, wenn er es vorzog hier in der Einsamkeit zu leben? Etwas am Fuße der Treppe erregte Michaels Aufmerksamkeit. Dort stand unbeweglich ein Mann, gekleidet wie im 18. Jahrhundert, und sah zu ihm herunter. Sein Umhang wehte im Wind, wobei das Innere immer wieder rot im Mondschein aufblitzte. " Lebt der, oder haben wir Graf Dracula persönlich vor uns?" Versuchte Michael sein ungutes Gefühl mit etwas Witz zu überspielen. Der zweideutige Sinn seiner eigenen Worte fiel ihm erst auf, als sie schon raus waren. Das Analysegerät von KITT zeigte ihm kurz darauf die normalen Werte eines lebenden Menschen. Herz- u. Pulsschlag, Atmung u.s.w. Selbst als KITT eine Fotographie von ihm erstellte, gelang dies ihm einwandfrei. Somit war geklärt, dass sie es hier mit einem Menschen aus Fleisch und Blut zu tun hatten. Michael warf wieder einen Blick auf den Mann. Doch wo gerade eben noch eine Person gestanden hatte, war niemand mehr. Michaels Blick glitt die Treppe herab. Von der Beifahrerseite bis hin zur Motorhaube, wo die Treppe endete. Irgend etwas wehte ihm immer wieder in den Blickwinkel, blitzte rot auf. Er konnte schon ahnen was es war, doch als er sich danach umdrehte, konnte er nicht verhindern, vor Schreck, laut aufzuschreien. Denn keinen Meter von der Fahrertüre entfernt, stand nun die Gestalt, und schaute, gesichtslos, zu ihm hinunter. Doch als ein Moment später der Mond wieder hinter den Wolken hervor kam, konnte er in das Gesicht, eines ca. 40 jährigen Mannes, schauen. Geduldig stand er nur da und wartete auf Michael. Rein intuitiv hätte Michael das Innere von KITT am liebsten nicht verlassen, doch war er hier, und als Feigling, der vor, eigentlich nicht vorhandenen Geistern davon lief, wollte er nicht gehalten werden. So überwand er sich und öffnete, zögerlich und misstrauisch, die Türe. Selbst als er endlich draußen stand, wagte er nicht sich von KITTs Karosserie zu entfernen. Eine Zeitlang schauten sich beiden schweigend an. Michael wortlos, der andere immer noch geduldig, doch nun mit einem fragenden Blick. Als der Mann nun einen Schritt auf Michael zu machte, der Umhang, in einer plötzlichen Windböe, sich aufblähte, wäre Michael fast vor Schreck das Herz still gestanden. " Entschuldigen Sie, sind Sie Michael Knight von der Foundation für Recht und Verfassung?" Michael wunderte sich, das die Stimme so sanft und beruhigend auf ihn wirkte, doch war das nicht die Art von Vampiren, ihre Opfer zu erst in Sicherheit zu wiegen und dann zu zubeißen? Er schluckte den Kloß in seinem Hals hinab und setzte zu einer Antwort an: " Ja, das bin ich." Seine Stimme hörte sich, in seinen Ohren, verdammt unsicher an. Er räusperte sich, und rief sich KITT in Erinnerung. Er war nicht allein. Scheinbar war Michaels Unbehagen deutlich zu erkennen, denn der vermeintliche Vampir machte einige Schritte weg von ihm, wobei er sich den Umhang rechts und links über die Schulter schmiss. Dann griff er in die Brusttasche seiner Jacke und beförderte etwas daraus hervor. Alarmiert wollte Michael sich schon in die Sicherheit KITTs retten, als auf einmal das Innere des Hofes, von versteckten Scheinwerfern, hell erleuchtet wurde. Von einem Moment auf den anderen war die unheimliche Atmosphäre verschwunden. Vor ihm stand ein normaler Mensch, und kein Vampir, der ihn freundlich anlächelte. Auf der obersten Stufe stand ein Mädchen in einem langen, wallenden, weißen Kleid und schaute neugierig zu ihnen hinunter. Das war also das Gespenst von vorhin. Michael atmete auf. Es gab also doch für alles eine logische Erklärung. Er wollte gerade den Blick von dem Mädchen abwenden, als er eine Bewegung hinter ihr wahrnahm. Und dort stand, er konnte es nicht glauben, leibhaftig ein Gargoyle.


Unbeweglich stand das Wesen, halb menschlich, halb tierisch, hinter dem Mädchen. Seine fledermausähnlichen Flügel, hatte es sich, wie einen Mantel, um die Schultern geschlungen. Mit seinen mindestens 2.30m, überragte er das Mädchen mit Haupteslänge. Nun im hellen Scheinwerferlicht konnte Michael, das Geschöpf der Nacht, mit Deutlichkeit erkennen. Das blaugraue Gesicht wurde von rabenschwarzen, langen Haaren umweht. Der mächtige Oberkörper war bloß, und um seine Hüften war ein bloßer Lendenschurz aus Leder geschlungen. Alles an ihm war muskulös, von den mächtigen Schultern und Armen bis hin zu den Oberschenkeln und den Füßen. Doch er stand nicht einfach auf normalen Füßen, eher erinnerten sie Michael an die Hinterläufe einer Raubkatze, genauso wie die Hände eher Krallen ähnelten. Dieses Wesen war gemacht zum Kämpfen. Doch so wie es hinter dem Mädchen stand, sah es eher so aus als wollte es sie beschützen. Das Mädchen drehte sich zu dem Geschöpf herum, und während dieses sich zu ihr herunter beugte, wisperte es ihm etwas ins Ohr. " Kitt, siehst Du auch was ich da sehe? Spinne ich etwa? Das kann doch nicht sein?!" Michael konnte seinen Blick nicht von dem Mädchen und dem Wesen lassen. " Ich kann nur bestätigen, dass das, was da vor uns ist, in Wirklichkeit exsistiert. Doch eine Erklärung habe ich nicht. Doch nach meinen gespeicherten Daten, sind diese Geschöpfe keine Gefahr, solange man ihnen keinen Grund dafür gibt. Ganz im Gegenteil, es ist überliefert, dass sie Menschen, denen sie treu ergeben sind, mit ihrem Leben beschützen." Michael hatte während KITTs Kommentar ins Innere des Wagens geschaut, wo über die zwei Monitore, Bilder von Gargoyles liefen. Erschreckt drehte er sich herum, als er eine Hand auf seiner Schulter spürte. Doch das Gesicht, in das er nun schaute, lächelte ihm freundlich entgegen. " Ihr Freund hat recht. Goliath ist das sanftmütigste Geschöpf, das es überhaupt geben kann. Gargoyles sind zum Beschützen gemacht. Doch wehe denen, die etwas Böses im Schilde führen, dann verwandeln sie sich zu übernatürlichen Kriegern. Hier im Schloss lebt ein ganzer Clan, und den, den Sie gerade sehen, ist der Clanchef. Sie brauchen keine Angst zu haben." Michael schaute den Grafen, während seiner Erklärung misstrauisch an. Er schaute wieder hinauf, zum Ende der Treppe, wo dieses Wesen noch immer unbeweglich stand. Er traute dem ganzem nicht. Ein Geräusch machte ihn auf die Zinnen über ihm aufmerksam. Dort saßen auf den Mauervorsprüngen, fünf weitere der Geschöpfe in verschiedenen Größen und Ausführungen. Einer davon war zierlich und seine grünen Flügel waren an seinen Händen fest gewachsen. Neben ihm, auf dem nächsten Vorsprung, war ein etwas übergewichtiges Exemplar zu erkennen. Daneben konnte er ein Älteres erkennen, dass wie ein Ritter gekleidet war. Ein Stück weiter, war entweder der größte Hund der Welt zu sehen oder etwas sehr hundeähnliches. Er fühlte sich mehr oder weniger umzingelt. Er schaute wieder zurück zur Treppe, denn der Clanchef war ihm am nächsten und dieser war für ihn der Gefährlichste. Doch an Stelle des Mädchens, stand nun ein weiterer Gorgoyle an der Stelle. Dieser war eindeutig weiblich. Und hätte er nicht so befremdlich ausgesehen, hätte Michael darauf schwören können, das schönste Geschöpf aller Zeiten vor sich zu sehen. " Das ist Angela, Goliaths Tochter. Und sie macht ihrem Namen alle Ehre. Sie ist wirklich der reinste Engel. Nun kommen Sie. Ich will Ihnen die anderen vorstellen. Brooklyn, Hudson, Manhattan, Lexington, Bronx kommt herunter und zeigt Euch." Erschreckt schaute Michael zu den Gestalten hinauf, die nun von der Mauer zu ihnen herunter schwebten. Wobei der Ältere den "Hund" unter sich festhielt. Michael griff schon nach KITTs Türgriff. Allzeit dazu bereit, ins Innere zu springen. Doch dazu kam er erst gar nicht. Viel zu schnell hatten sich die Wesen hinter dem Grafen versammelt. Selbst die Zwei von der Treppe waren herab gekommen und standen nun in unmittelbarer Nähe von Michael. " Darf ich Ihnen vorstellen: Der Kleine neben mir ist Lexington, unser Genie in allem was mit Technik und Computern zu tun hat. Der etwas füllige ist Brooklyn, er isst für sein Leben gern. Der älteste ist Hudson, so weise wie der Fluss, dessen Namen er trägt. Und dies hier ist Bronx, der beste Wachhund den es überhaupt geben kann. Und dieser ist Manhattan. Und die Zwei kennt Ihr ja schon." Dabei zeigte er auf den Großen und seine Tochter, die rechts von KITTs Schnauze standen. " Es tut mir leid, dass ich nicht erfreut aussehe, doch bin ich's nicht gewöhnt mit Gargoyles zusammen zu treffen. Also nehmt es mir bitte nicht übel, wenn ich Euch nicht gebührlich begrüße." Beruhigend winkte der Graf ab. " Es ist verständlich, wie Sie auf das alles reagieren. Haben Sie keine Angst. Wir sind keine Kreaturen, die Sie aus Film und Fernsehen her kennen. Wir gieren nicht nach Blut, und wir sind auch des Nachts nicht unterwegs, auf der Suche nach unschuldigen Menschen, die es wagen in unsere Hände zu fallen. Nein wir locken sie eher hier her. Da haben wir es einfacher." Jetzt war es Michael zu viel, er flüchtete ins Auto. Doch statt zum Angriff über zugehen, lachte der Graf freundlich auf. " Aber, aber. Sie sind aber leicht zu erschrecken. Das war doch nur ein Scherz. Kommen Sie. Ich zeige Ihnen das Schloss. Dann können wir uns zusammen setzen, und ich sage Ihnen dann weshalb, ich Sie um Hilfe gebeten habe. Na, nun kommen Sie schon." Doch Michael weigerte sich auszusteigen. Erst als der Graf den anderen den Befehl gab, sich zurück zu ziehen, wagte sich Michael wieder heraus. Zusammen gingen sie dann die Treppe hinauf und betraten dann das Schloss. Die mächtige Eingangshalle prunkte nur so mit alten und teurem Mobiliar. Michael kam sich in die Vergangenheit zurück versetzt vor. Ein riesiger Kronleuchter hing in der Mitte des Saales, und verbreitete ein sanftes Licht über allem. Ein Butler kam, nahm des Grafen Überhang und verschwand wieder in einem der Seitengänge. Michael folgte dem Grafen durch die pompöse Halle. Beeindruckt von der Pracht um ihn herum stand er wenig später mit sprichwörtlich, offenem Mund, im Arbeitszimmer des Schlossherrn. Reihen von Büchern standen ringsum an den Wänden. Der schwarze, schwere Schreibtisch aus Ebenholz, war beladen mit Unterlagen, die zwischen zwei, schön gearbeiteten, Petroleumlampen lagen. Wie aus alten Zeiten ragte eine lange Schwanenfeder aus dem Tintenfass. Auf dem Boden lagen kostbare Teppiche, die jeden Laut verschluckten. Nachdem Michael sich gründlich im Raum umgeschaut hatte, richtete er seinen Blick wieder auf den Grafen. Dieser stand lächelnd hinter seinem Schreibtisch und wies auf den Sessel ihm gegenüber. " Bitte setzen Sie sich doch. Dann können wir alles besprechen. Es freut mich, dass Sie meiner Bitte so schnell nach gekommen sind." Michael nickte seinem Gegenüber zu und wartete, nachdem er sich in den Sessel gesetzt hatte. Der Graf öffnete eine Schublade und holte eine rote Mappe daraus hervor. Aus dieser entnahm er einige Fotografien, die er Michael hin hielt. Während Michael sich die Bilder betrachtete, erklärte ihm nun der Graf die Sachverhältnisse. " Es begann vor etwa einem Monat, als sich eine Gruppe von Wissenschaftlern, wie sie sich selbst nannten, hier bei mir eintraf. Diese baten, im Namen der Wissenschaft, um die Erlaubnis mein Schloss unter die Lupe nehmen zu dürfen. Mit der Erklärung, dass sie eine Studie über mittelalterliche Bauwerke machen würden. Sie hielten sich etwa zwei Wochen auf der Burg Thunderstone auf. Wobei sie jeden Stein dokumentierten. Von den Kellergewölben, bis hin zum höchsten Punkt des Wachturmes. Und diese Miss Smitherton, für die schriftlichen Arbeiten verantwortlich, klebte mir so gut wie immer an den Fersen, löcherte mich mit Fragen, zog genug Informationen aus meinen zuvorkommenden Antworten, dass sie schlussendlich dann den Coup starten konnten. Auf den Fotos sehen Sie den Familienschatz der Blackhawks. Schon seid Generationen in unserem Besitz. Etwa seid Mitte dem 15.Jahrhundert. Er war gut verwahrt, doch nicht gut genug. Mit den Wissenschaftlern, ist auch er verschwunden. Vor einer Woche sind sie lautlos verschwunden. Und das die Gargoyles davon nichts mitbekamen, ist schon so gut wie unmöglich. Was aber geschehen ist. Nun bin ich nicht der Typ, der sich nicht selber zu helfen weiß." Aus einer anderen Schublade entnahm er nun einen Laptop. In Michaels Augen, war dieser Gegenstand, mehr als Fehl am Platze. Das Gerät war auf dem neuesten Stand der Technik und noch dazu, wie sollte es anders sein, eines der qualitativ besten. Der Graf tippte einige Minuten auf die Tasten ein, und drehte es dann zu ihm um. " Wie Sie sehen, lebe ich nicht ganz hinter dem Mond. Wir haben hier ein paar sehr gute technische Geräte." Erklärte er Michael, der immer noch erstaunt auf den Laptop starrte. " Nun mit Hilfe ein paar guter Beziehungen, habe ich herausgefunden, dass die sogenannten Wissenschaftler, eine Gruppe gut organisierter Verbrecher sind. Ich konnte ihre Spur bis nach Chicago verfolgen. Ich beobachte sie immer noch. Doch zu mehr bin ich selber nicht fähig." " Und deshalb haben Sie nun die Foundation um ihre Hilfe gebeten? Ich soll Ihnen den Familienschatz zurück bringen?! O.k. Ich glaube es müsste zu machen sein. Ich dachte schon, ich müsste auf Geisterjagt gehen." Erleichtert atmete Michael auf. Das hörte sich wie ein normaler Fall an. Sobald er wieder vom Grundstück herunter war, wäre er wieder in der Realität. Gemeinsam gingen sie wieder zurück durch die verwinkelten Gänge, durch die Eingangshalle zum Ausgang. Im Burghof konnte Michael nun einen kleinen Helikopter, unbekannter Bauart, neben KITT stehen sehen. Der große Gorgoyle und seine Tochter standen daneben. Im Cockpit saß der kleine Grüne. Michael drehte sich fragend zum Grafen um. " Was haben Sie, bitte schön, vor? Wenn Sie glauben, dass ich mit dem Hubschrauber die Burg verlasse, so haben Sie sich geirrt. Ich bin mit meinem Auto gekommen, und mit dem werde ich auch wieder gehen." " Aber ja doch. Das hatte ich auch gar nicht geplant. Nein, der Hubschrauber ist für mich gedacht. Während Sie auf dem Landweg nach Chicago fahren, ziehe ich es vor, die Strecke auf dem Luftweg zu überbrücken. Dabei weiß ich aber, dass Sie sehr wohl in der Lage sind, die Strecke in der gleichen Zeit hinter sich zu bringen. Wie ich schon erwähnte ist Lexington ein wahres Genie, wenn es um Computer und das Internet geht. Auf diese Art sind wir auch auf die Foundation für Recht und Verfassung gestoßen. Und wir informieren uns immer sehr genau über unsere Arbeitnehmer. Ich bin also darüber informiert, welch technische Möglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen, und dazu gehört nun mal Ihr besonderes Fahrzeug, der Knight Industries 2000. Kurz K.I.T.T. Lassen Sie sich also nicht von mir abhalten, und machen Sie sich auf den Weg. Wir treffen uns dann in Chicago. Dort werde ich mich im Hotel Magico einquartieren. Bis dann mal." Damit drehte er sich um, und stieg in den Hubschrauber. Michael schaute dem Fluggerät noch nach, bis es aus seinem Blickfeld verschwand. So etwas? Dies war echt der unheimlichste Mensch, dem er je begegnet war. Und erst die Kreaturen, die er um sich versammelt hatte. Er öffnete KITTs Türe und stieg ein. " Kumpel, sag mir, träume ich, oder ist das wirklich alles wahr? Dieser Graf könnte geradewegs aus einem Horrorfilm stammen." " Ich muss Ihnen leider bestätigen, dass das alles der Realität entspricht. Nichts von alledem entspringt Ihrer Fantasie und ist auch nicht gestellt. Der Graf wie auch die Gargoyles sind real." Michael startete den Motor und fuhr Richtung Zugbrücke. Diese öffnete sich wie selbstverständlich vor ihm. Wieder einmal bekam Michael eine Gänsehaut. " Kitt, ist Dir der Familienschatz der Blackhawks bekannt?" Über den Bildschirm, rechts von Michael, liefen einige Zahlenreihen. Dann erschienen die Fotografien die Michael schon zuvor, im Arbeitszimmer des Grafen zu Gesicht bekommen hatte. " Hier die entsprechenden Informationen. Seid ca. 1548 wurde der Schmuck, sowie einige andere Kostbarkeiten, von Generation zu Generation weiter vererbt. Das entspricht nun etwa der 10. Generation. Der ungefähre Schätzwert beträgt um die 2 Millionen $. Wobei ein Anhänger aus dem 15. Jhd. den meisten Wert besitzt. In seiner Mitte ist ein großer Diamant, der Falkenauge, umgeben von Saphiren, Smaragden, Rubinen, Opalen und vielem anderem mehr." Auf dem Bildschirm konnte Michael nun die Abbildung eines Anhängers sehen. " Seid letzte Woche sind diese als gestohlen gemeldet. Michael was haben Sie jetzt vor?" Vor ihm erhob sich in sanften Wellen die Landschaft rings um. Über dem höchsten Hügel, auf der rechten Seite, konnte man den Mond schweben sehen. " Nun als erstes fahren wir nach Chicago, dort sind, nach Angaben des Grafen, die Diebe des Familienschatzes abgestiegen. Ich soll mich im Hotel Magico mit ihm treffen. Was mich aber stört, sind diese abnormalen Wesen. Ich hab immer noch das Gefühl zu träumen. Bist Du Dir sicher, dass das alles real ist?" " Laut meinen Sensoren sind diese Wesen so wirklich wie sie. Dies bestätigt das an den Legenden auch immer etwas stimmt. Abgesehen davon finde ich diese Wesen faszinierend. Sie sind bemerkenswert an ihre Umgebung angepasst. Finden Sie nicht auch?" Michael musste lächeln, obwohl`s ihm eigentlich nicht danach war. Doch KITTs Ausdrucksweise war einfach einmalig. " Kitt, Du hörst Dich wie Spock an. Dir fehlen nur noch die spitzen Ohren." " Sie vergleichen mich mit einem Vulkanier? Wie soll ich das verstehen?" Nun musste Michael lachen. KITT klang beleidigt. Wirklich, jetzt fehlte nur noch, das er schmollte. Aber das wäre nicht das Neueste. " Nun, Spock versucht doch auch immer alles zu analysieren und den logischen Grund zu finden. Aber Kumpel, manchmal zeigst Du, dafür das Du eigentlich eine Maschine bist, mehr Gefühle als dieses Spitzohr." " Danke Michael. Das war nett von Ihnen gesagt." " Mach ich doch immer wieder gern. Denn wie viele Menschen können schon sagen, solch einen Freund wie Dich zu haben?" Dabei klopfte er KITT oben auf das Armaturenbrett. Langsam wurde aus dem hügeligem Gebiet wieder eine weite Ebene. Michael fuhr von der nicht viel befahrenen Landstraße auf den Highway und passte seine Geschwindigkeit den vorgeschriebenen 55 MpH an. Zu dieser Zeit war nicht so viel los, und so konnte er zügig zufahren. Er überholte einige Trucks, die ihre Ware durch die Nacht zu ihrem Abnehmer fuhren. Am auffälligsten war ein großer Sattelschlepper, der Coca Cola Company, dessen Anhänger hell erleuchtet war. Ein Überbleibsel von Weihnachten, dachte Michael bei sich. Von hinten kam ein weißer Mercedes angeprescht. Michael konnte ihn kaum in seinem Rückspiegel beobachten, als er auch schon zum Überholen ansetzte und an ihm vorbeizog. Michael schüttelte den Kopf. " Selbst zu dieser Uhrzeit sind noch Verrückte unterwegs. Aber das fällt in die Zuständigkeit der Polizei. Sind die eigentlich nur zur Stelle, wenn wir zwei es mal, ausnahmsweise, einmal eilig haben?" Michaels Blick glitt die Straße entlang. " Michael, Sie wissen genau das die Polizei ihr bestes tut. Sie ist unterbesetzt und noch dazu, bei den Überstunden, unterbezahlt. Und wenn Sie einen Strafzettel bekommen, so macht die Polizei ja nur ihre Arbeit." " Du hast ja gut reden, Kumpel. Du musst es ja nicht bezahlen." wollte sich Michael ins Licht setzen, doch KITT hatte auch darauf etwas zu erwidern. " Und laut den Rechnungen der Foundation müssen Sie, bis auf einige wenige, diese Strafzettel auch nicht bezahlen." Michael wusste darauf nichts mehr. Dieser Wagen war einfach zu schlagkräftig. " O.k., ok. Ist schon gut. Du hast gewonnen. Schau lieber mal, ob Du etwas über diese Diebe, die sich als Wissenschaftler ausgaben, heraus finden kannst. Insbesondere über eine Miss Smitherton." Wieder setzte Michael zu einer Überholung an. Als er gerade auf Höhe des Lastwagens war, konnte er den weißen Mercedes sehen. In dem Falle, war er nicht sehr weit gekommen. Hatte scheinbar eingesehen, dass man langsam, auch ans Ziel kommt. Er warf, als er auf Höhe des Mercedes war, einen Blick auf den Fahrer. Dieser riss genau in diesem Moment sein Lenkrad nach links und rammte, mit voller Wucht, in KITTs Beifahrerseite. " Was soll denn das? Ist der jetzt ganz verrückt geworden?" Als der Mann zum 2. Mal zum Rammen ansetzte, stieg Michael in die Bremsen. Er konnte darauf beobachten, wie der Mann mit Schwung über die Überholspur raste, und gegen die Mittelleitplanke krachte. Doch der Fahrer hatte sein Fahrzeug gut unter Kontrolle und konnte sich nochmals fangen. Schlingernd kam er auf die Straße zurück und beschleunigte den Wagen wieder. " Kitt, den schnappen wir uns. Wenn er denkt, dass er uns zuerst von der Straße drängen kann, um dann ungeschoren davon zu kommen, hat er sich getäuscht. Kannst Du rausfinden, wem der Wagen gehört? Mach Dich doch bitte mal schlau." " Habe ich schon in die Wege geleitet. Müsste in wenigen Sekunden die Daten von der Zulassungsstelle bekommen." Michael nickte nur zur Bestätigung. Er gab leicht Gas und kam dem Fluchtauto immer näher. Immer wieder wechselte dieses die Fahrbahn. Überholte mal rechts, dann wieder links, die vor ihnen, sozusagen schleichenden Autos. KITT konnte ihm mühelos folgen. Der Mercedes erreichte so langsam seine Höchstgeschwindigkeit von 250km/H. Für KITT kein Problem. Michael konnte erkennen wie der Mann, hinter dem Steuer, wiederholt nervös einen Blick in den Rückspiegel warf. " Michael die Daten sind gerade reingekommen." meldete KITT sich plötzlich. " Das Fahrzeug ist auf einen Enriquez Martinez angemeldet. Doch wird der Wagen nicht von ihm gefahren. Ich bekomme jetzt zusätzlich die gespeicherten Daten der Foundation herein. Martinez war in einen Rechtstreit verwickelt, bei dem Sie die Beweisstücke besorgten. Diese reichten aus, ihn zu überführen. Er musste einen Betrag von 5 Millionen an den Geschädigten zahlen. Es scheint, Sie haben sich einen weiteren Feind eingehandelt." " Also, wenn alle, die ich bisher geschnappt habe, hinter mir her wären, dann würde es Stau auf dem Highway geben." Zischte Michael durch seine Zähne. Der Typ raste immer noch, mit vollem Tempo, dahin. Ungebremst schwenkte er auf die Überholspur aus, um den nächsten Truck zu überholen. " So jetzt reicht`s mir aber. Der verursacht noch einen Unfall, wenn er so weiter macht. Überprüf mir mal, wie die Straßenverhältnisse weiter sind. Wir müssen diesen Bonsai-Fahrer aufhalten, bevor es zu schlimmerem kommt." Auf einem der beiden Bildschirme erschien eine Darstellung des Highways. Fünf Kilometer weiter, war ein Autobahnkreuz, das zu einem Hindernis wurde. Michael schaute wieder auf das Fahrzeug vor ihm, dass fieberhaft versuchte ihn abzuhängen. Er überlegte sich die verschiedenen Möglichkeiten durch. Ein Sprung mit dem TURBO BOOST, kam bei dieser hohen Geschwindigkeit nicht in Frage, genauso wenig der Einsatz des MICRO JAMS, um die Bremsen zu blockieren. Das Fahrzeug könnte daraufhin unkontrolliert ausbrechen. Vor ihm tat sich unerwarteter Weise plötzlich eine große Lücke auf. Das Gaspedal bis aufs Bodenblech drückend, setzte Michael mit KITT an dem Mercedes vorbei zur Überholung an. KITT schoss an dem anderem Auto vorbei, und schwenkte 50m davor wieder ein. Nun reichte es Michael. Er blockierte die Straße, in dem er neben einem Lastwagen herfuhr. Der Mercedes pendelte währenddessen hinter ihm hin und her. Nun wo sie wieder nach vorgeschriebener Geschwindigkeit dahin fuhren, wurde sein Hintermann sehr aktiv. Das Seitenfenster wurde herabgefahren und die Mündung einer halbautomatischen Waffe zeigte sich. Kurz darauf prallten die ersten Kugeln von KITTs molekularversiegelter Karosserie ab. Doch der Lastwagenfahrer auf der anderen Seite nahm dies alles, nicht so ohne weiteres hin. Empört fing dieser an zu hupen und versuchte die zwei Fahrzeuge loszuwerden. Michael hatte volles Verständnis für den Fahrer, da er selbst auch so langsam den Geduldsfaden verlor. " Wir sollten dem ganzen ein Schlussstrich setzen. Der hat sein Spielchen jetzt lang genug getrieben." Michael setzte urplötzlich seinen Fuß auf die Bremse. Als er den Aufprall des hinter ihm fahrendem Wagen spürte, verstärkte er den Druck aufs Bremspedal. " So Kumpel, setz mir jetzt den MICRO JAM ein und brems ihn langsam ab. Und sperr die Zentralverriegelung und die elektrischen Fensterheber, dass er uns nicht durch die Lappen geht." Auf dem Bildschirm konnte er sehen wie KITT die beiden Sachen einsetzte. Die Tachometeranzeige fiel stetig ab, bis sie Null anzeigte. " Gut gemacht Kumpel. Ruf die Polizei. Wie ich schon sagte, wenn man sie bräuchte, sind sie nicht da." Bis die Polizei kam, wartete er mit KITT neben dem Mercedes und konnte beobachten, wie der Insasse versuchte aus dem Auto zu gelangen. Als er zu guter letzt, mit einem großen Gegenstand die Scheibe einschlug, sprang Michael mit einem Satz aus KITT, um gleich darauf, dem Knochengerüst von einem Mann, einen Kinnhaken zu verpassen, der ihn bis zur Ankunft der Polizei, ins Reich der Träume brachte. Nach dem Michael der Polizei seinen Bericht gemacht hatte, konnte er sich wieder auf den Weg machen.


Michael kam genau zur Rush Hour in Chicago an. Von überall her strömten die Autos in und aus der Stadt. In Schritttempo kroch Michael mit dem Autostrom dahin. Da Michael aus Natur heraus nicht sehr geduldig war, trommelte er schon nach wenigen Minuten auf KITTs Lenksäule ein. Genervt griff er nach den Schaltern des Autoradios und schaltete den Regionalsender ein. " Michael, passen Sie auf die Straße auf. Sagen Sie doch, wenn Sie etwas möchten. Ich kann es genauso für Sie einschalten. Oder schalten Sie auf Automatik, dann können Sie sich entspannen." Während Michael nach dem Radio gegriffen hatte, war vor ihnen die Autoschlange zum Stocken gekommen, und hätte KITT nicht reagiert, wären sie dem Vordermann aufgefahren. " Kitt, zeig mir bitte den kürzesten Weg zum Hotel "Magico". Natürlich ohne Stau, versteht sich." KITTs Bemerkung übersah er einfach. Wenn`s hart auf hart gehen würde, würde KITT, von sich aus, selbstständig eingreifen. Seine Programmierung verbot es ihm, außer er hatte es ihm ausdrücklich befohlen, in einen Unfall verwickelt zu werden. Auf einem der beiden Monitore konnte er den Stadtplan erkennen. Die verschiedenen Stadtbereiche huschten hin und her, da KITT die bestmögliche Route berechnete. " Ich könnte Sie jetzt entweder durch die verschiedenen, verwinkelten Straßen lotsen, oder, was ich für effektiver halten würde, Sie würden mich auf Automatik schalten. Wenn ich Sie darauf hinweisen darf: Wir kommen dann schneller und sicherer an." meldete sich kurz darauf wieder KITT. " O.k., Kitt. Wenn du so darauf erpicht bist." Michael drückte den Knopf mit der Aufschrift AUTOMATIK, worauf die darüber befindliche Anzeige, mit der Aufschrift, MANUELL erlosch und dafür dann die andere aufleuchtete. Kurz darauf bog KITT in eine Seitenstraße ab. Wie er schon erwähnt hatte, lag dahinter ein verwinkeltes Labyrinth aus Straßen und Gassen. Aber mit der Sicherheit, über die nur ein Computer wie KITT verfügen konnte, nahm er diese Aufgabe mit Bravour und hielt nach einer Stunde, ohne Probleme, vor dem Hoteleingang. Michael schaute sich um. Er stand vor einem kleinen Gebäude, das in sehr fantasievoller Weise gestaltet war. Sehr bekannt kamen ihm die Statuen auf der Balkonbrüstung vor. Er stieg aus und wollte gerade durch den Eingang ins Hotelinnere gehen, als er von oben gerufen wurde. Er schaute hinauf und konnte neben einer der Figuren, die seltsamerweise genau so aussahen wie die Gargoyles, denen er des Nachts begegnet war, den Grafen stehen sehen. Wie vor ein paar Stunden trug er einen dunklen Anzug und einen Umhang, der sich hinter ihm immer wieder aufblähte. Doch Michael konnte nicht den Hauch eines Windzuges spüren. Wieder einmal stellten sich seine Haare zu Berge. Er versuchte sich damit zu beruhigen, in dem er sich erklärte, dass es hierfür eine logische Erklärung gab. Weiterhin fragte er sich, ob der Graf, einen ganzen Schrank mit den gleichen Anzügen und Umhänge hatte? Höchst wahrscheinlich. " Ich komme zu Ihnen runter, warten Sie." Der Graf drehte sich rum und verschwand aus seinem Sichtfeld. Kurz darauf erschien er im Foyer des Hotels, und schritt auf ihn zu. " Ich freue mich Sie wieder zu sehen. Sie haben den Weg also hergefunden. Trotz der Rush Hour waren Sie recht schnell. Ich bin seid ca. 1 Stunden da. Kommen Sie, ich habe Ihnen eine Suite reserviert. Sie liegt genau neben meiner." Mit überschwänglicher Begeisterung geleitete der Graf Michael hinauf in den 2. Stock, um ihn dort das Zimmer zu zeigen, das er für ihn ausgesucht hatte. Michael fragte sich, ob er in diesem Raum überhaupt zum Schlafen kommen würde. Entgeistert schaute er sich um. In der Mitte stand ein riesiges Pfostenbett, dessen Sockel wie Löwenpranken gearbeitet waren. Das Löwenmotiv wiederholte sich mehrmals am Dach des Bettes. Bezogen war es, nach Michaels Meinung, mit viel zu vielen zusätzlichen Decken und Kissen. Er nahm sich schon mal vor, die Hälfte davon im voraus hinaus zu schmeißen. Rechts neben dem Bett stand ein riesiger Schrank, und links davon ein Sekretär. Alles im gleichen Stil gehalten. Mit dem großen runden Tisch in der Mitte, der von wiederum großen Stühlen umgeben war, kam er sich ins Mittelalter zurückgesetzt vor. Aber das passte ja zum Grafen. Wäre nicht der weiß-blaue Teppich gewesen, in dem Michael förmlich versank, wäre es zu ungemütlich gewesen. " Und wie gefällt Ihnen das Löwenzimmer? Ich hoffe es ist nach Ihrem Geschmack?" Michael wollte nicht unhöflich sein, aber sein Stil entsprach etwas Neuerem, Modernerem, deshalb nickte er nur. " Wissen Sie schon mehr? Konnten Sie sich schon damit befassen?" Michael ging zur Türe, die nach draußen, auf den Balkon führte. " Mehr oder weniger. Die Täter befinden sich noch in der Stadt. Ich konnte bisher nur noch nicht genau herausfinden, wo sie ihr Versteck haben. Goliath fliegt, mit seinem Clanmitgliedern, jede Nacht über die, in Frage kommenden Bezirke, doch bis jetzt haben sie, sie noch nicht gefunden. Ich hoffe, dass Sie etwas mehr Glück haben, und Ihnen die Technik Ihres Fahrzeuges dabei behilflich sein kann. Natürlich werden die Gargoyles weiter auf die Suche gehen." Michael fragte sich, wo sich diese derzeit gerade aufhielten. Diese Wesen mussten sehr auffällig sein. Und doch waren sie nicht zu sehen. Er betrachtete die Steinfiguren, die an der Brüstung entlang aufgestellt waren. Sie sahen den Gargoyles zum Verwechseln ähnlich. Bis auf das kleinste Detail, war alles zu erkennen. Der Graf musste da einen guten Steinmetz gefunden haben, um sie so originalgetreu gestalten zu können. Er schaute auf die Straße hinunter. Vor dem Hotel waren die Parkplätze. In der Nähe des Einganges konnte er KITT erspähen. Er lächelte in sich hinein. Vor kurzem noch war dieser Platz besetzt gewesen, doch nun hatte sich KITT diesen eingeheimscht. Er hob sein Handgelenk und aktivierte den Comlink. " He, Kitt. Hast Dir mal wieder den besten Platz ergattert." " Der Platz wurde frei. Und warum sollte ich mir den günstigsten Standpunkt zu Ihnen entgehen lassen. Von hier habe ich eine viel bessere Übersicht, und kann bei einem Notfall, Ihnen schneller zu Hilfe kommen." KITTs Stimme klang etwas mit, dass Michael an einen Jungen erinnerte, den man gerade dabei ertappt hatte, wie er den Honigtopf plünderte. Michael musste lachen. " O.k., Kitt. Es ist gut, Dich in nächster Nähe zu wissen." Er drehte sich wieder zum Grafen um, und musste plötzlich gähnen. " Ich sehe schon, da bräuchte jemand Schlaf. Ruhen Sie sich aus. Dann werden wir uns heute Abend, kurz vor Sonnenuntergang, hier auf dem Balkon treffen. Sagen wir um 21 Uhr." Der Graf nickte Michael nochmals zu, und ging dann, vom Balkon aus, in seine eigenen Räume. Michael warf nochmals einen Blick auf die Statuen. Irgend etwas sagte ihm, das damit etwas nicht stimmte. Sie weckten in ihm ein Gefühl des Unbehagens. Fast genauso wie ihre lebenden Vorbilder. Er schüttelte sich und ging dann wieder ins Zimmer hinein.


Michael hatte etwa sieben Stunden Schlaf gehabt. Er war um 20 Uhr aufgestanden, hatte sich geduscht und frisch eingekleidet. Zuvor hatte er ein umfangreiches Essen bestellt. Einen doppelten Hamburger mit einer extra großen Portion Pommes und ner Cola. Das Fräulein, am anderem Hörer, hatte seine Bestellung ohne Gegenwände aufgenommen, und freundlich bestätigt. Nun dieses Hotel war immer wieder für eine Überraschung gut. Kaum das er sich fertig angekleidet hatte, kam auch schon der Zimmerservices, mit dem bestellten Essen. Als Michael nach der Rechnung fragte, erfuhr er, dass die Kosten vom Grafen beglichen wurden. Auch gut, dachte er bei sich, und machte sich über die Köstlichkeiten her. Kurz vor 21Uhr war er dann mit allem fertig. Er ging schon mal auf den Balkon, um dort auf den Grafen zu warten. Ein Blick auf den Parkplatz, zeigte ihm, dass KITT immer noch an der gleichen Stelle stand. Im Gegensatz zum Menschen, hatte KITT keine Probleme mit der Langeweile. Wahrscheinlich könnte er bis in alle Ewigkeit dort stehen, ohne ungeduldig zu werden. Michael beneidete ihn darum. Ab und zu, wäre diese Tugend wirklich vorteilhaft, gerade dann, wenn er mal wieder auf Beobachtungsposten stand. Doch meistens vertrieb er sich diese Zeit meistens damit, mit KITT Streitgespräche über Belangloses zu führen. Darauf verstanden sie sich beide vorzüglich. "Hi, Kitt. Und ist zwischenzeitlich etwas vorgefallen, was ich wissen müsste? Hast Du mehr in Erfahrung über unsere Schmuckdiebe bringen können?" Im Comlink knackte es kurz, dann konnte er KITTs leicht gedämpfte Stimme daraus vernehmen. " Bisher ist noch nichts erwähnenswertes passiert. Dabei hatte ich den ganzen Tag über auf Überwachung geschaltet, den Polizeifunk abgehört, und im Internet auf Hinweise gesucht. Alles Negativ." Michael zuckte bedauernd mit den Schultern. " Macht nichts Kitt. Du hast Dein bestes getan. Sogar ohne meine Anweisung. Du wirst ja immer selbstständiger. Dass Du mir nicht irgendwann davon fährst, Kitt!" " Aber natürlich nicht. Wie kommen Sie denn darauf? Das könnte ich niemals tun. Das würde gegen meine Programmierung verstoßen." Michael glaubte, das KITTs Stimme erschrocken aus der Uhr erklang. " Kitt, das war doch nur ein Scherz. Ich weiß doch, dass Du das niemals machen würdest. Dazu sind wir doch viel zu gute Freunde. Und um die Gangster kümmern wir uns gemeinsam, dann finden wir sie schon." Ein Geräusch hinter ihm, machte ihn darauf aufmerksam, dass der Graf erschienen war. Und wieder hatte er das ein und dasselbe an. " Ich bin mal ausnahmsweise überpünktlich." wollte Michael sich erklären. Der Graf winkte ab. " Das macht nichts. Wir können ja schon mal anfangen, bis die Gargoyles erwachen." Aufwachen? Was meinte der Graf damit? Michael schaute zum Horizont, wo die blutrote Sonne schon langsam verschwand. Er stellte sich unbewusst an eine der Statuen näher ran. " Das würde ich an Ihrer Stelle nicht tun. Wenn die Gargoyles aufwachen, brauchen sie meist viel Platz." Der Graf wollte nach Michael greifen, doch während Michael noch darüber nach dachte, was er damit meinte, zerbarst etwas hinter ihm, mit ohrenbetäubendem Lärm. Instinktiv drehte er sich danach um, musste sich jedoch sofort vor den herum fliegenden Steinstücken in Sicherheit bringen. Was er da sah, konnte nicht sein. Die äußere Schicht der Statue platzte auf und stob in alle Richtungen davon, als das riesige Wesen, sich wie eine Raubkatze, reckte und streckte. Er stieß ein markerschütterndes Brüllen aus. In diesem Moment wäre Michael am liebsten davon gerannt. Um ihn herum konnte er nacheinander, auch die anderen Mitglieder von Goliaths Clan erwachen sehen. Denn genau dieser hatte er sich als Lehnstütze vorher ausgesucht gehabt. Nun stand der Koloss geduldig vor ihnen und wartete darauf, dass alle versammelt bei ihm standen. Nun wusste er, was der Graf, mit Aufwachen gemeint hatte. Und darum konnte die vermeintliche Statue, so original aussehen. Er schaute den Graf fragend an. Dieser antwortete ihm darauf:" Die Gargoyles sind nachtaktiv. Am Tage schlafen sie und indem sie sich zu Stein verwandeln, regenerieren sie sich. Sobald die Sonne untergeht, werden sie wieder aktiv. Und das schon seid vielen Jahrhunderten." " Sagen Sie jetzt bloß nicht, dass von jeder Kirche auf dem diese Kreaturen zu sehen sind, sich Nachts von den Mauern schwingen?" Bei der Vorstellung schauderte es Michael. " Nein, nein. Zum größten Teil sind das Kunstwerke, von Menschenhand erschaffen. Es gibt so viel ich weiß, nur noch ein paar wenige Exemplare, verstreut über die ganze Welt. Machen Sie sich aber keine Sorgen. Sie sind gutmütiger, als die meisten Menschen. Kommen Sie. Wir haben noch etwas zu tun." Damit nahm er Michael am Arm, und dirigierte ihn durch das Zimmer runter ins Hotelfoyer hinaus auf den Parkplatz, um schlussendlich neben KITT stehen zu bleiben.


Langsam glitt der schwarze Trans Am an den Reihen der alten, verlassenen Lagerhäuser vorbei. Wie ein Schatten huschte er zwischen den Gebäuden hindurch. Sein Fahrer hatte vorsorglich, das Licht ausgeschaltet. Nicht einmal das Bremslicht hätte ihn verraten können, da die gesamte Elektronik, vom Fahrzeug selbst, kontrolliert wurde. Allein ein einziges rotes Licht, zwischen den eingeklappten Scheinwerfern, warf einen kaum sichtbaren Lichtstrahl auf die Straße. Und selbst dieses konnte der Wagen, im Notfall hinter einer Klappe verbergen. Doch dies würde eine gewisse Einschränkung seiner Wahrnehmung bewirken. Nur im Innerem des Fahrzeuges konnte man ein hell erleuchtetes Armaturenbrett ausmachen. Dahinter saßen zwei Personen. Der eine in legerer Kleidung, Jeans, Baumwollhemd und schwarzer Lederjacke, der andere in einem altmodischem Stil, bestehend aus einem schwarzem Anzug mit einem gleichfarbigem Umhang. Michael schaute wiederholt aus der Windschutzscheibe hinaus, zum Himmel hinauf. Er konnte mehrere Schatten über ihnen ausmachen, die ihnen von Hausdach zu Hausdach folgten. Dabei sprangen sie nicht von Gebäude zu Gebäude, sondern glitten, wie große Raubvögel, durch den nächtlichen Himmel. Als sie vor kaum einer Stunde zusammen das Hotel verlassen hatten, hatte Michael beobachten können, wie die noch vor kurzem steinernen Wesen, sich elegant von der Brüstung stießen und Richtung Hafengegend sich entfernten. Mit offenem Mund hatte Michael ihnen hinterher geschaut, bis ihn der Graf auf die Schulter getippt hatte. Durch diese Berührung schreckte Michael kurz auf, brachte sich aber schnell wieder unter Kontrolle. Der Graf hatte es trotzdem bemerkt und lächelte begütigend. " Kommen Sie, lassen sie uns aufbrechen. Um so schneller werden wir die Halunken Dingfest machen können." Der Graf griff nach dem Türgriff der Beifahrertüre, doch sie ließ sich nicht öffnen. " Ist schon gut, Kitt. Kannst ihn einsteigen lassen." Als darauf der Graf, wiederholt nach dem Griff langte, ließ die Türe sich problemlos öffnen. Er ließ sich in den Sitz gleiten, und konnte nun zum ersten Mal das Innere des Knight Industries Two Thousand im genauestem bestaunen. Er hatte sich ja so viele Informationen wie möglich, über die FLAG eingeholt, auch über die verschiedenen Mitarbeiter. Im besonderem, über den Mann der außerhalb der Büros arbeitete. Über dessen Fahrzeug konnte er nur herausfinden, dass es mit der neuesten und hochentwickeltesten Technologie, der Knight Industries, ausgestattet war. Er hatte schon mehrmals beobachten können, wie Michael Knight, wie mit einem sehr guten Freund, mittels der Uhr an seinem Handgelenk oder auch direkt, wenn er in unmittelbarer Nähe des Wagens war, mit ihm sprach. Erstaunlich war, dass er den Wagen nur antworten hören konnte, wenn sie neben ihm standen. Doch auf welche Art konnte dann Michael Knight ihn hören, wenn er nicht in seiner Nähe war? Er stellte diesbezüglich nun seine Frage an den Mann an seiner Seite. Etwas erstaunt über diese, nicht sehr übliche Frage, antwortete ihm Michael: " Ich habe einen kleinen Lautsprecher in meinem rechten Ohr, der das Gesendete von Kitt wiedergibt. Somit kann ich ihn hören, doch sonst auch niemand anderes. Das kann sehr von Vorteil sein, dass können Sie mir glauben. Bis vor kurzem noch, konnte ich mich nur über einen Lautsprecher in der Uhr, mit Kitt verständigen. Dabei kam es oft zu peinlichen oder gar gefährlichen Situationen. So kann sich Kitt, nun ohne weiteres an mich wenden, ohne dass es Aufmerksamkeit erregen kann." " Das kann ich sehr gut verstehen. Dieses Fahrzeug ist wirklich bemerkenswert. Ich vermute, das alles über einen Zentralcomputer gesteuert wird?! Wie groß muss der sein, um solch eine Datenmenge zu übermitteln? Und von wo werden die benötigten Daten übertragen?" Michael schaute den Grafen zuerst verwundert an, bis er begriff. Der Graf dachte wohl an ein monströses Computerterminal, das nicht hier im Wagen untergebracht sein konnte. " Sie irren sich. Der Computer ist hier im Auto. Um genau zu sein, ist das Auto eine gesamte Einheit. Alle Funktionen werden von der Zentraleinheit, die nicht viel größer als eine kleine Schatulle ist, gesteuert. Darf ich Ihnen Kitt vorstellen? Kitt begrüße den Grafen." Der Graf schaute nun seinerseits Michael verwundert an. Das was er bisher über den Wagen herausgefunden hatte, beinhaltete keine künstliche Intelligenz. Aber davon hatte Knight gerade geredet. Er wollte sich schon fragend an ihn wenden, als eine höfliche Stimme ihr Wort an ihn richtete. " Darf ich mich selber vorstellen? Ich bin der Knight Industries 2000, oder kurz, auch K.I.T.T. Sie dürfen mich auch Kitt nennen." Verdutzt schaute sich der Graf im Innerem des Wagens um. Die Stimme schien von überall her zukommen. Michael lächelte. " Die Lautsprecher sind im ganzen Auto versteckt untergebracht. Aber wenn Sie sich hier vorne auf die Vox-Box konzentrieren, dann haben Sie einen Fixpunkt für Kitt." Dabei zeigte Michael genau vor sich, über die Lenksäule. Im Moment konnte der Graf nichts erkennen, doch gleich darauf erklang die körperlose Stimme wieder, und nun sah er die drei senkrechten, roten Balken, die sich ausdehnten und zusammen zogen. " Die Vox-Box ist eigens dafür konstruiert worden, dass mein Fahrer auch einen Anhaltspunkt für mich hat. So zusagen, ein psychologischer Trick, der, scheint's auch recht gut funktioniert."" Nun übertreibst Du aber, Kumpel. Gib nicht so an!" Michael starrte beleidigt, auf die nun dunkle Anzeige. " Kitt? Und jetzt sagst Du wohl wieder nichts mehr?" Es erklang keine Antwort. Das Display blieb dunkel. " Kitt, Du willst doch nicht schon wieder der Beleidigte spielen?! Komm schon Kumpel, Du weißt genau, wie ich es gemeint habe." Der Graf beobachtete, wie Michael Knight gebannt auf die Stelle starrte, wo die roten Balken aufflammten, wenn der Computer sprach. Er wunderte sich über das Verhältnis zwischen Mann und Maschine. Wie es schien, bestand mehr als ein objektives Arbeitsverhältnis. Er meinte sogar, so was wie Freundschaft von dem Mann, neben sich, für die Maschine zu empfangen. Ab und zu irritierten ihn seine telepatischen Fähigkeiten. Oder konnte es wirklich sein, dass ein Mensch mit einer Maschine, Freundschaft schließen konnte? Er beobachtete weiterhin, wie Michael, nun schon mit Mühe, den Wagen zum antworten bringen versuchte. Schlussendlich gab es dann Michael auf und befahl KITT: " Also gut, Kumpel. Wenn Du nicht mit mir reden willst, dann zeig mir doch wenigstens mal wo wir sind und überprüf die Umgebung auf Auffälliges." Der Graf dachte schon, der Wagen würde nicht darauf reagieren, als einer der Monitore vor ihm anging, und eine Darstellung der Straßen und Gebäude darauf erschien. " Nun gut. Wenn Du weiter auf beleidigt tust. O.k. Mach was Du willst." Michael zuckte mit den Schultern. Eine Zeitlang fuhren sie schweigend dahin. Plötzlich wurden die Anzeigen in KITTs Innerem aktiv. Auf dem Monitor wurde ein Gebäude herausgezoomt und einige Lichtkleckse zeigten an, dass sich jemand darin befand. " Kitt, was ist das?" Michael erhielt zuerst keine Antwort, erst als er KITT etwas impulsiver anfuhr und meinte: " Du kannst nachher schmollen so lange Du willst. Aber ich lasse es nicht zu, dass Du, wegen einer Belanglosigkeit, die nur ein Scherz von mir war, uns die Möglichkeit nimmst die Verbrecher zu schnappen. Also komm von Deiner Egotour runter, und sag mir, was das Geblinke da bedeutet!" " Also gut." erklang nun endlich KITTs Stimme. Doch sie klang immer noch, eindeutig nach einem schmollenden Kind. " Das Geblinke, wie Sie es so schön ausdrücken, bedeutet das in dem Gebäude, zwei Blocks weiter, jemand ist. Laut Ihren Angaben könnten sie es sein. Ich kann bisher noch nichts genaueres erkennen, aber die Wahrscheinlichkeit, das sie es sind, ist sehr hoch." " Zeig mir bitte mal ein Schema des Gebäudes. Gibt es eine Möglichkeit, unbemerkt hinein zu kommen?" " Wenn Sie fliegen könnten, ja. Es gibt nur zwei Eingänge. Der eine unten, wobei Sie den Leuten direkt in die Arme laufen würden, und dann wäre noch ein Zugang auf dem Dach, und zwar im sechsten Stock. Und das ist selbst für den Schleudersitz zu hoch." Michael schaute an dem Gebäude entlang nach oben. Er musste KITT zustimmen, das war wirklich zu hoch. " Für Goliath und seine Leute ist das kein Problem. Wenn Sie wollen, kann Sie einer vom Clan hinauftragen. Und vertrauen Sie mir, es wäre nicht das erste Mal, dass sie jemanden tragen." Michael schluckte. Er sollte sich einem dieser Wesen anvertrauen? Er schaute nochmals das Haus an, indem die Verbrecher waren. Es wäre natürlich der beste Weg, mit dem Überraschungsmoment, hinein zu kommen. Doch der Weg allein störte ihn. Es widerstrebte ihm entschieden. Der Graf holte ein Funkgerät aus seiner Tasche und schaltete es an. " Goliath, kann einer von Euch, Michael auf das Dach des Gebäudes, vor uns bringen?" Es knackte im Lautsprecher, dann erklang eine tiefe, ruhige, sanfte Stimme daraus. " Aber natürlich. Ich komme zu Euch runter." Gleich darauf konnte Michael den großen Gargoyle erkennen, der geschickt, durch die Gassen, zu ihnen gleitete. Er landete vor KITTs Schnauze. Der Graf stieg aus und ging nach vorne. Michael konnte sich nicht zum Aussteigen entschließen. Doch wenn sie es zu einem Ende bringen wollten, sollte er mit dem Grafen zusammen arbeiten. Er gab sich also einen Ruck und stieg aus. "Also gut. Mir bleibt wohl nichts anderes übrig." Er schaute zu dem Wesen neben ihn auf. Goliath überragte ihn nochmals um gut dreißig Zentimeter. Das war etwas neues oder jedenfalls sehr seltenes für ihn, da er selbst schon fast zwei Meter groß war. " Und wie geht das von statten? Was muss ich machen?" Goliath schaute sich um. " Da ich nicht fliegen kann, sondern nur gleiten, muss ich von etwas abspringen können. Kommen Sie, halten Sie sich an mir fest. Und lassen Sie keinesfalls los." " Kitt, schalt auf Überwachung. Achte bitte auf alles, dass Du im Notfall eingreifen kannst. Auch wenn ich Dich nicht direkt anweisen kann, schau das Dir dann was einfällt. O.K., dann also los." Er trat näher an Goliath heran, und umfasste ihn von hinten um die Schultern. Auf einmal machte dieser einen Satz und sprang an die Hauswand. Indem er seine krallenartigen Finger in die Wände hieb, kletterte er die steilen Hauswände empor. Im zweiten Stock drehte er sich um, und ließ sich in die Tiefe fallen. Michael schloss seine Augen. Er sah sich schon auf die Straße abstürzen. Doch nach einem, nur kurz wahrzunehmendem Sturz, spürte er, dass es wieder aufwärts ging. Er öffnete langsam seine Augen, und sah sich verwundert um. Er lag mehr oder weniger, auf dem Rücken von Goliath, rechts und links von sich, die fledermausähnlichen Schwingen. Geräuschlos glitten sie dem Dach immer näher. Goliath setzte ihn sicher darauf ab. " Ich würde vorschlagen, dass ich voraus gehe, und Sie mir folgen. Auf die Art kann ich Sie besser beschützen." Michael wunderte sich über die tiefe, beruhigende Stimme des Wesens. Mit höflicher Zuvorkommendheit, fast mit der gleichen Nobles, die Devon Miles so eigen war, behandelte ihn nun auch Goliath. So langsam glaubte Michael dem Grafen. Trotzdem wollte er, das Haus als erster betreten. " Lass gut sein, Goliath. Ich würde das gerne selber machen. Und Du kannst mir glauben, ich kann ganz gut auf mich selber aufpassen." " Wie Sie wünschen." Der Gargoyle machte ihm Platz und Michael betrat das Treppenhaus. Es war finster, doch für diesen Fall hatte sich Michael eine Taschenlampe mitgenommen. Diese holte er jetzt heraus und schaltete sie ein. Ein heller Strahl durchbrach die Dunkelheit, verlor sich aber, je weiter sie nach unten reichte. So ging Michael nun, gefolgt von Goliath, die Treppen hinunter. Im 1. Stock schaltete er die Taschenlampe wieder aus. Vom einem Fenster, auf der linken Seite, fiel genug Licht von der Straße herein, so dass er genug sah. Unter einer Türe sah er einen Lichtstreifen. Scheint's hielten sich die gesuchten Leute dahinter auf. Er winkte Goliath zu sich her, der sich zu ihm hinab beugte. " Was schlägst Du vor? Wie sollen wir vorgehen?" flüsterte Michael. Goliath richtete sich kurz auf, beugte sich, nachdem er sich kurz umgeschaut hatte, wieder zu ihm hinab. " Ich würde vorschlagen, Sie ließen mir den Vortritt. Mit mir rechnen sie nicht. Somit hätten wir einen größeren Überraschungseffekt." " Ich könnte diesen noch vergrößern, in dem scheinbar die Polizei vor der Türe steht. Somit würden sich, die da drinnen, auf die Vordertüre konzentrieren, während wir sie von hinten angreifen." Goliath schaute Michael interessiert an. " Und wie wollen Sie das anstellen? Soviel ich weiß, hat keiner von uns die Polizei benachrichtigt." Es freute Michael, zu wissen, dass er auch etwas hatte, mit dem viele nicht rechneten. " Ich habe draußen einen Freund, der die Polizei zum Täuschen nachahmen kann. Kitt, wenn ich "jetzt" sage, lass die Polizeisirenen hören." Das letzte hatte er in seine Armbanduhr geredet. " OK. Bist Du soweit?" richtete er sein Wort an Goliath. Dieser nickte. " Also, gut. JETZT, Kitt!" Von einem Moment auf den anderen, konnte man, täuschend echt, Polizeisirenen vernehmen, die in unmittelbarer Nähe sein mussten. Im Zimmer vor ihnen, konnte man hören, wie die Leute aufsprangen, und wahrscheinlich, zu den Fenstern liefen, um nach den Lärmstiftern zu schauen. Genau diesen Moment nutzte Michael um ins Zimmer zu stürzen. Die Gangster standen alle, ohne Ausnahme, mit dem Rücken zu ihnen, und versuchten verzweifelt, das vermeintliche Polizeiaufgebot, auszumachen. Doch das keine da war, verwirrte sie noch mehr. Als sie es endlich verstanden, war es schon zu spät. Michael und Goliath stürzten sich fast gleichzeitig auf die Personen vor ihnen. Während Michael sich noch mit einem Mann abkämpfte, flogen zwei Männer, durch Goliaths Schlag, schon durch die Luft und krachten gegen die Wand. Zwischenzeitlich hatten die anderen Clanmitglieder, die Vordertüre geöffnet und stürmten herein. Ein Verbrecher nach dem anderem fielen den Wesen in die Hände und verloren. Es ging nicht lange, da war der Kampf entschieden. Der Graf kam zu ihnen herein und schaute über die nun gefesselte Gruppe. " Es fehlt der Kopf der Mannschaft. Diese gewisse Miss Smitherton." Er schaute Michael an. Während dessen hatten die Gargoyles nach dem Familienschatz gesucht. " Und wies scheint, auch das Gestohlene." meinte der kleine Gargoyle mit dem Namen Lexington. " Mir scheint, dass diese Frau ihn mitgenommen hat." das war Angela gewesen, die neben ihrem Vater Goliath stand. " Nun dann müssen wir eben, sie und das Fehlende finden." Michael ging hinaus zu KITT und veranlasste, dass nun wirklich die Polizei kam, um die Diebe abzuholen und zu verhören. Vielleicht würden sie einen Hinweis dadurch bekommen, der sie auf die Spur dieser Person bringen würde. So machten sie sich also auf den Weg zur Polizei. Die Gargoyles immer in ihrer Nähe, aber im Verborgenem.



Kapitel 2